Der ehemalige Standort der Shanghai-Universität
Grunddaten
| Posten | Inhalt |
|---|---|
| Name | Shanghai-Universität (1922–1927, in der Geschichtsschreibung „alte Shanghai-Universität") |
| ursprünglicher Standort | Qingyun-Straße, Qingyun-Gasse (heute Bereich des Straßenviertels Baoshan-Straße in Zhabei); später Umzug in die Seymour-Straße (heute Shaanxi-Nordstraße) |
| Gründung | 23. Oktober 1922 |
| Rektor | Yu Youren; Vizekanzler Shao Lizi; Verwaltungsleiter Deng Zhongxia; Lehr- und Studiendekan sowie Leiter der soziologischen Fakultät Qu Qiubai |
| Ende | 1927 nach dem Staatsstreich vom 12. April zwangsweise geschlossen |
| Slogan | „In der Kultur gibt es die Shangda, im Militär gibt es Whampoa" |
| Schlagwörter | Zusammenarbeit von Kuomintang und KPCh, rote Hochschule, Wiege der Bewegung des 30. Mai |
Sie beginnt mit einer Gassenschule
Am 23. Oktober 1922 erschien in den Zeitungen eine „Bekanntmachung der Shanghai-Universität":
„Unsere Schule hieß ursprünglich Höhere Fachschule für Lehrerbildung Dongnan; da die beiden Schriftzeichen „Dongnan" mit denen der staatlichen Dongnan-Universität übereinstimmen, wurde auf Beschluss der Umbildungskonferenz das Schulwesen geändert, die Schule in Shanghai-Universität benannt und Herr Yu Youren einstimmig zum Rektor unserer Universität gewählt."
„Von da an schlug diese völlig unbekannte Gassenschule in der Geschichte der chinesischen Revolution ein glanzvolles Kapitel auf."
„Eine völlig unbekannte Gassenschule" — dieser Ausgangspunkt ist sehr „Shanghai". Es war keine Höherstufung einer berühmten Schule, sondern eine gewöhnliche Gassenschule, die einen neuen Namen bekam und dann eine Schar von Leuten einlud — und von da an war sie anders.
Warum sie so wichtig ist
Erstens: Sie ist ein Produkt der Zusammenarbeit von Kuomintang und KPCh
Die Shanghai-Universität ist ein Ergebnis der Zusammenarbeit von Kuomintang und KPCh im Jahr 1922 — gemeinsam von Kuomintang und KPCh gegründet, um revolutionäre Kader heranzubilden.
Ihr Lehrkörper wirkt heute wie ein „Traumteam":
| Rolle | Person |
|---|---|
| Rektor | Yu Youren (Altveteran der Kuomintang) |
| Vizekanzler | Shao Lizi |
| Verwaltungsleiter | Deng Zhongxia (Kommunist) |
| Lehr- und Studiendekan sowie Leiter der soziologischen Fakultät | Qu Qiubai |
| Lehrende | Yun Daiying, Zhang Tailei, Xiao Chunü, Yu Pingbo, Mao Dun, Liu Dabai, Jiang Guangci, Tian Han u. a. |
Eine einzige Schule versammelte zugleich Altveteranen der Kuomintang und frühe Führer der KPCh. Das ist das lebendigste Bild der „ersten Zusammenarbeit von Kuomintang und KPCh".
Zweitens: Sie ist die Wiege der Bewegung des 30. Mai
Die Schule entwickelte sich:
- 1924 zog sie in die Seymour-Straße (heute Shaanxi-Nordstraße) um, die Außenstelle lag in der schräg gegenüberliegenden Shiying-Gasse;
- der Schulstandort der Shanghai-Universität in der Seymour-Straße war ebenfalls eine Wiege der Bewegung des 30. Mai;
- nach der Bewegung des 30. Mai mietete Yu Youren persönlich 15 Wohnhäuser in der Shishou-Gasse und hängte am Gasseneingang ein von ihm selbst beschriftetes Holzschild „Provisorisches Schulgebäude der Shanghai-Universität" auf.
Drittens: Sie bildete eine große Zahl revolutionärer Talente heran
„Frühe Führer der KPCh wie Qu Qiubai und Li Dazhao haben an dieser Schule unterrichtet und eine große Zahl hervorragender kommunistischer Kämpfer herangebildet, die in der Bewegung des 30. Mai eine große Rolle spielten." (360 Baike)
Viertens: der weit verbreitete Satz
Unter den revolutionären jungen Leuten jener Zeit kursierte ein Wort:
„In der Kultur gibt es die Shangda, im Militär gibt es Whampoa."
Das heißt: für die Kultur gibt es die Shanghai-Universität, für das Militär die Whampoa-Militärakademie. Die eine in einer Gasse Shanghais, die andere auf der Insel Changzhou bei Guangzhou — gemeinsam nannte man sie das „Doppeljuwel von Kultur und Militär".
Die Beziehung zu Zhabei
Der ursprüngliche Standort der Shanghai-Universität liegt in der Qingyun-Straße, Qingyun-Gasse — genau im heutigen Straßenviertel Baoshan-Straße.
Die Qingyun-Straße, diese Straße, ist in diesem Buch mehrfach aufgetaucht:
- Qingyun-Straße, Qingyun-Gasse: der ursprüngliche Standort der Shanghai-Universität;
- der Qingyun-Straßen-Platz (Ecke Qingyun-Straße/West-Baoxing-Straße): der Versammlungsort der Bürgerversammlung mit 500 000 Menschen am 23. März 1927; der Versammlungsort der Massenkundgebung der Allgemeinen Gewerkschaft am 13. April 1927;
- Qingyun-Straße 600: das Amt des Straßenviertels Baoshan-Straße;
- die Qingyun-Mittelschule, Qingyun-Straße, Gasse 435: die heutigen Ortsnamen dieser Gegend.
Eine einzige Qingyun-Straße verbindet die Shanghai-Universität, zwei historische Massenversammlungen und ein heutiges Straßenviertelamt.
Das Ende: zwangsweise Schließung
Im Frühjahr 1927 wurde das Schulgebäude der Shanghai-Universität in Jiangwan fertiggestellt. Doch genau in diesem Jahr entfesselte Jiang Jieshi in Shanghai den Staatsstreich vom 12. April und ließ die Universität zwangsweise schließen.
„Die Shanghai-Universität hat ein unauslöschliches rotes Erbe und einen von Generation zu Generation weitergegebenen revolutionären Geist hinterlassen."
Fünf Jahre. Von 1922 bis 1927 bestand die Shanghai-Universität nur fünf Jahre, und doch hinterließ sie in der Geschichte der chinesischen Revolution und der Bildung die vier Schriftzeichen „In der Kultur gibt es die Shangda".
Das Verhältnis zur heutigen „Shanghai-Universität"
Eine Klarstellung: Die heutige Shanghai-Universität (1994 gegründet) steht in keiner direkten Traditionslinie zur alten Shanghai-Universität; sie ist eine später neu gegründete Schule gleichen Namens.
Doch der Geist der alten Shanghai-Universität wird von der heutigen Shanghai-Universität als wichtige Quelle ihrer Schulgeschichte übernommen — das ist die übliche Praxis von Wissenschaft und Schulleitung.
Wie man es heute anschaut
- Richtung Qingyun-Straße, Qingyun-Gasse: die Lage des ursprünglichen Standorts der Shanghai-Universität (das Gebäude ist nicht mehr vorhanden);
- im Bezirk Jing'an gibt es entsprechende Gedenkausstellungen (in der Gedenkstätte der Sanzeng-Gasse gibt es eine Szene „Shanghai-Universität", die die Geschichte dieser roten Universität des Ostens erzählt);
- die Seymour-Straße (heute Shaanxi-Nordstraße): im Bezirk Jing'an (früherer Teil Jing'an), ein Abstecher zum Vergleich lohnt sich; dort liegt die Stätte der Wiege der Bewegung des 30. Mai.
Ein Vorschlag
Liest man den ehemaligen Standort der Shanghai-Universität zusammen mit diesen Orten, entsteht ein vollständiges Bild Zhabeis in den 1920er Jahren:
| Ort | Jahr | Thema |
|---|---|---|
| Sanzeng-Gasse | 1923 | Organ des Zentralbüros der KPCh |
| Shanghai-Universität | 1922 | Heranbildung revolutionärer Kader |
| Allgemeine Gewerkschaft Shanghais (Baoshan-Gasse) | 1925 | Arbeiterbewegung |
| Huzhou-Gildenhalle | 1927 | Aufstandskommando und Allgemeine Gewerkschaft |
| Qingyun-Straßen-Platz | 1927 | Massenversammlung und Massaker in der Baoshan-Straße |
| Baoshan-Straße 220–300 | 1927 | Massaker in der Baoshan-Straße |
Die Rolle Zhabeis in den 1920er Jahren in einem Satz: Hier war das „Arbeitsgebiet" der Kommunistischen Partei Chinas in der Stadt.
Quellen: Die Geschichte der Shanghai-Universität stützt sich auf das Shanghaier Netzwerk zur Parteigeschichte, „Die Glanzzeit der ‚Sanzeng-Gasse'", auf The Paper, „Lernen und Erziehen der ‚vier Geschichten' ‖ Die 9 wichtigen Orte hier in Jing'an", auf von der Website „Rote Ressourcen Shanghais" der Fudan-Universität nachgedruckte Materialien und auf einschlägige Einträge bei 360 Baike (Kategorie C, bereits gegengeprüft). Die vollständige Bibliografie findet sich in Anhang 4.